Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Schwerin

Operation

Die Operation ist die älteste Methode zur Heilung von Prostatakrebs. Es gibt verschiedene Methoden der Operation. Alle Operationspräparate werden vom Pathologen untersucht. In dem Befund der Pathologie wird aufgeführt, wie weit der Tumor fortgeschritten ist und ob auch die Ränder des Operationspräparates frei von Tumor sind (Resektionsrand- R0,R1).

Das Risiko, an Komplikationen der Operation zu versterben, liegt unter 2 %. Belastende Langzeitnebenwirkungen sind vor allem Beschwerden beim Wasserlassen, Inkontinenz und Erektionsstörungen.

Bei der Radikalen Prostatektomie wird die gesamte Prostata samt Samenblasen entfernt. Die Radikale Prostatektomie ist die Standardmethode für Operationen bei Prostatakrebs. Eine teilweise Operation der Prostata wird nicht empfohlen. Die Radikale Prostatektomie kann heute auf verschiedene Weise durchgeführt werden.

Methoden der Radikalen Prostatektomie

  • retropubisch:
Der Schnitt für die Operation erfolgt am unteren Bauchrand.
  • Perineal:
Die Operation wird vom Damm aus durchgeführt.
  • Laparoskopisch:
Die Operation wird als Knopfloch-Chirurgie ohne größeren Schnitt durchgeführt.
  • Roboter-assistiert:
Die Operation erfolgt mit Hilfe eines Roboters, der vom Operateur gesteuert wird (DaVinci).

Die Heilungschancen sind mit diesen verschiedenen Operationsverfahren etwa gleich gut. Die Entscheidung für eine bestimmte Operationstechnik hängt vor allem von der Erfahrung des jeweiligen Zentrums, von anderen Erkrankungen und vom Wunsch des Patienten ab. Nerverhaltende Operationstechniken können das Risiko für Erektionsstörungen vermindern. Im Einzelfall ist der Einsatz von nerverhaltenden Operationstechniken gegen das Risiko einer nicht vollständigen Entfernung des Prostatakrebses abzuwägen.

Operation der Lymphknoten

Die gleichzeitige Operation der Lymphknoten ist umstritten. Ihre Entfernung und die Untersuchung durch die Pathologen erlauben eine genauere Beurteilung des Krankheitsstadiums. Allerdings verbessert die Entfernung der Lymphknoten die Prognose der Patienten nicht. Bei Patienten mit begrenztem Prostatakrebs und niedrigem Risiko wird die Operation der Lymphknoten nicht empfohlen.

Wird eine Operation der Lymphknoten durchgeführt, sollten mindestens 10 Lymphknoten entfernt werden. Je mehr Lymphknoten untersucht werden, umso höher auch die Chance, befallene Lymphknoten zu entdecken.

Komplikationen der Operation von Lymphknoten sind vor allem Lymphfisteln, Lymphödem und Thrombosen.

Adjuvante / ergänzende Therapie nach radikaler Prostatektomie

Nach erfolgreicher radikaler Prostatektomie liegt der PSA Wert im Nullbereich. Falls dies nicht erreicht wird, ist eine ergänzende Hormontherapie sinnvoll. Wenn die Ränder des Operationspräparates nicht frei von Tumorgewebe sind (positiver Resektionsrand – R1) wird eine ergänzende Bestrahlung empfohlen.

Wenn Lymphknoten betroffen sind, kann eine ergänzende Hormontherapie empfohlen werden. Alternativ kann bei diesen Patienten auch gewartet werden, ob das PSA ansteigt. Eine ergänzende Chemotherapie ist beim Prostatakrebs nicht wirksam.