Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Schwerin

Probleme beim Namen nennen, es geht um DEINE Gesundheit

„Wir können die Richtung des Windes nicht ändern, aber wir können die Segel anders setzen.“
(Aristoteles)

Oft haben wir in unseren Zusammenkünften über die Themen „Alternativbehandlung“,  „was kann ich selber tun“, und „Wie ernähre ich mich angepasst“, geredet. Niemand möchte, dass seine Erkrankung aus dem „Ruder läuft.“ Auf jeden Fall möchten wir, dass sich kein Rezidiv bildet und dass jeder geheilt wird.

Es gibt einige Möglichkeiten, wie wir selber dazu beitragen können,  um ein Fortschreiten der Erkrankung hinaus zu zögern oder gar zu verhindern. Aber was kann ich nun selber und direkt tun, womit kann ich diesen Prozess verzögern, oder noch besser – womit kann ich ihn aufhalten?

Ja, doch ….. jeder einzelne von uns kann einen erheblichen Beitrag dafür leisten, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder zu verlang-samen. …. Wir können die Segel anders setzen, wie Arestoteles (384 – 322 v.Chr.) bereits sagte. Ja, das können wir. Wir müssen nur wissen WIE!!

In dieser Handreichung möchte ich euch ein paar Möglichkeiten aufzeigen, was jeder von uns selber tun kann, was wirkungsvoll ist und vor allem – was machbar ist.

Schmerz und Hilflosigkeit sind starke Gefühle. Solche starken Gefühle können über die Vernunft siegen, sie können einen Betroffenen regelrecht unmündig machen, ihn zermürben und zerstören.

Schmerz, Leid und Hilflosigkeit können dazu führen, dass der von Krebs Betroffene, der Leidende, seine bisherige, liebgewonnene Einstellung zum Leben in Frage stellt und orientierungslos wird.

Was geschieht mit einem Menschen, wenn durch eine schwere Krankheit, wie es nun mal  Krebs ist, sein körperliches und seelisches Gleichgewicht aus den Fugen gerät bzw. zerstört wird?

Er erlebt eine tiefe Disharmonie zu seinem Umfeld, zu seinen Mitmenschen und zu seinem eigenen Körper.

Sein eigener Körper spielt plötzlich nicht mehr mit. Auf ihn kann er sich  nicht mehr verlassen. Sein Körper wird zum Fremdkörper, gegen den er sogar eine Abneigung empfinden kann.

Nur zu gerne würde er ihn verlassen und ihn anderen – sozusagen zur Reparatur – überlassen.

Er fühlt sich von ihm, den er doch immer gut behandelt hat – oder vielleicht auch nicht? – regelrecht verraten. Er ist von diesem Verrat an seiner Gesundheit zutiefst verletzt worden.

Durch diese starken Gefühle befindet wir uns alle in einer Konflikt-situation, die uns verunsichert, die wir nicht in den Griff bekommen und die wir so schnell wie möglich beenden möchten. Sie ist sehr unangenehm und zutiefst verletzend. Wir suchen nach neuen Mitteln, nach neuen Strategien zur Bewältigung unseres Zustands und der damit verbundenen unangenehmen Gefühle. Nur allzu gerne sind wir dann bereit, uns auf sogenannte „Patentrezepte“ einzulassen, wie sie von verschiedenen Weltanschauungen angeboten werden.

Jeder kann seine Hoffnung darin suchen, sich in eine feste Ordnung einzubinden, die scheinbar alle Probleme löst: ”Es war schon immer so, also mache ich weiter so, nur keine Experimente!” Ist das der Weg, der uns hilft, unsere Probleme zu lösen? Ich glaube, dass es nicht so ist, nicht sein kann und auch nicht sein wird.

Es kommt zu scheinbar unlösbaren Problemen, wenn wir uns auf neue Lebenssituationen einstellen müssen. Dazu sind wir oft durch eine besondere Einstellung zum Leben nicht in der Lage.  

Wir können auch unser Glück darin suchen, in größtmöglicher Harmonie mit unserem Körper, der Umwelt und der Natur zu leben. Krampfhaft erwarten wir dann, so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. “Ich mache doch alles, was der Arzt, der Heilpraktiker, die Natur und meine Familie von mir erwarten!” Wenn es dann aber nicht so funktioniert, wie es soll, werden wir unsicher und manchmal auch mutlos.

Die Angst vertieft sich, und wir ziehen uns in uns selbst zurück. Ein Teufelskreis, aus dem wir uns mit eigener Kraft oft nicht mehr befreien können. Auch in dieser Lage sind wir uns selbst gegenüber hilflos und machtlos. Wir suchen Hilfe, nehmen sie an und HANDELN!!!!

Andere wiederum ergeben sich total ihrem Schicksal. “Ich kann ja doch nichts daran ändern, warum soll ich also überhaupt etwas tun?” So geben sie die Verfügungsgewalt über ihren Körper und ihr Schicksal völlig aus der Hand und treffen gar keine Entscheidungen mehr. Diese Anschauung nennt man Fatalismus.  

Unter Fatalismus versteht man eine Weltanschauung, die davon ausgeht, dass das Geschehen in Natur und Gesellschaft durch das Schicksal unabänderlich bestimmt wird. Fatalisten halten die Fügungen des Schicksals für unausweichlich und meinen, der Wille des Menschen könne ihnen nichts entgegensetzen.“

Den Kopf in den Sand stecken – bringt mit Sicherheit nichts! Seht nach vorn und unternehmt selbst etwas. FÜR EUCH!!

Hinzu kommt das körperliche und das seelische Leid. Die Angst steigt kalt auf und droht einen umzubringen. Dabei möchte doch jeder nur von seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten verstanden werden. Jeder möchte mit seinem Leid angenommen und beachtet werden.

Und das besonders von den Menschen, die ihm nahe stehen und von denen er Hilfe erwartet. Ein Nichtbeachten oder ein Abwenden könnte fatale Folgen für den körperlichen Heilungsprozess haben. Ganz zu schweigen von den psychischen Verletzungen, die dann zusätzlich noch hinzukommen.

Ein erster Ausweg aus dieser „Gefangenschaft“ aus sich selbst geht über die Fähigkeit, über seine Krankheit, sein Leid, seine Gefühle, seine Hilflosigkeit und seine Ängste sprechen zu können.

Stellen wir uns einmal die Frage, WARUM löst Krebs solche starken Ängste aus? Krebs wird auch heute noch von vielen Menschen als die gefährlichste aller Krankheiten angesehen. Ungeachtet dessen, dass die gestiegenen Behandlungs- und Heilungserfolge beachtlich sind, verharrt man bei diesem Standpunkt. Das oft unzureichende Wissen, dass es über 200 verschiedene Tumorarten gibt, die man NICHT verallgemeinern und NICHT gleichsetzen kann und darf. Prostatakrebs gehört zu den eher „gut zähmbaren“ Tumoren.

Hinzu kommen häufig Erfahrungen mit Krebserkrankten im unmittelbaren Umfeld. Ungünstige Krankheitsverläufe bleiben besonders haften und prägen die eigenen Erwartungen, wenn die Diagnose einen selbst trifft.

Wer einmal an Krebs erkrankt war, kennt die Angst vor einem Rückfall (Rezidiv). Eine zunehmende Gewissheit, vom Krebs geheilt zu sein, kann man erst nach einer längeren krankheitsfreien Zeit von fünf bis zehn Jahren erwarten. Ein Rest von Unsicherheit und Angst bleibt auch dann noch fast immer bestehen. Als besonders belastend sind chronische Verläufe von Krebserkrankungen. Phasen, in denen eine Behandlung durchgeführt wird, können dabei ebenso von Angst begleitet sein wie Zeiten, in denen der Krankheits-verlauf nur beobachtet wird, sie wie bei AS – (Active Surveillance) Was können wir gegen diese Ängste tun?

Alles, was dem Gefühl von Unsicherheit entgegenwirkt oder die Bedeutung der ängstigenden Situation verringert, kann die Angst bannen oder zumindest erträglicher machen. So kann man versuchen, die Angst von verschiedenen Seiten anzugehen.

  • Über die Krankheit ganz allgemein reden, über erprobte Behandlungsmöglichkeiten und darüber, wie man selbst die eigene Gesundung unterstützen kann. Fragen des individuellen Krankheits-verlaufs wie auch über das Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit sollte man mit einem Arzt besprechen. Er sollte möglichst alle Untersuchungsbefunde kennen. Unsere Selbsthilfegruppe bietet zudem ebenfalls eine umfangreiche und fundierte Beratung und Hilfestellung bei allen sich ergebenden Fragen und Problemen an.
  • Ich muss mich fragen, was ängstigt mich am meisten? Ist es die Furcht vor Schmerzen, vor der Behandlung, vor der Abhängigkeit von anderen und der Hilflosigkeit? Ist es die Angst zu sterben? Wichtig ist dabei, die Befürchtungen zu Ende zu denken, denn wenn die Angst greifbar wird, lassen sich eher Abhilfen finden. Dieses Durchdenken aller Möglichkeiten wird sicher nicht immer möglich und gleich zu verkraften sein. Es hilft jedoch langfristig, die Erkran-kung besser zu bewältigen. Ein Verleugnung, also das Nicht-Wahrhaben-Wollen der Realität, kann auf Dauer KEINE Lösung sein.
  • Schreiben, Malen oder mit anderen schöpferischen Mitteln der Angst eine Gestalt geben, kann helfen, sie besser zu verstehen. Gleichzeitig ist so etwas sehr entlastend und entspannend.
  • Die Erinnerung daran, wie man schon schwierige Situationen des eigenen Lebens erfolgreich durchgestanden hat, gibt das Gefühl, für die Stärkung der eigenen Bewältigungsmöglichkeiten. Dadurch wird die eigene Kraft gestärkt, Ängste minimieren sich oder verschwinden völlig.
  • Ich sollte im Voraus planen, was  im Fall einer Verschlechterung oder eines Rezidivs konkret zu tun ist. Bitte auch darüber nachdenken, WER dann helfen kann? Dazu gehört aber auch die Mitverantwortung für Behandlungsmethoden, eine Patientenver-fügung und eine Vorsorgevollmacht.
  • Anspannung ist eine Begleiterscheinung der Angst. Sie lässt sich mit Entspannungsverfahren oder, soweit es die körperliche Verfassung zulässt, mit körperlicher Bewegung, Spazieren gehen, Rad fahren, Schwimmen oder anderer Sport, abbauen und kompensieren. Ebenfalls bieten sich Entspannungstechniken wie die „progressive Muskelentspannung“ nach Jacobson an. Das autogene Training bietet ebenfalls vielfältige Möglichkeiten einer nachhaltigen  Entspannung. Was ich persönlich für sehr wirkungsvoll erachte, ist die Kombination aus beiden Methoden. Auch physiotherapeutische Maßnahmen können der Anspannung gezielt entgegenwirken.
  • Gib den erfreulichen Seiten deines Lebens mehr Gewicht!! Dazu gehört, eine positive Bilanz aller Ereignisse zu ziehen. Frage dich, was ist in deinem Leben schön, was sinnvoll. Wo kann ich meine besonderen Fähigkeiten einbringen, was macht mir Freude, was sollte ich erweitern und ausbauen? Gib deinem Leben wieder einen Sinn!!

 

  • Probleme beim Namen nennen zu können ist die Voraussetzung dafür, verstanden zu werden und Verständnis zu erlangen.

Diese Fähigkeit ist bei weitem nicht so leicht, wie man denken sollte. Sie verlangt vom Betroffenen die Annahme seiner Krankheit und seines Leids. Wer sich selbst, sein Leben, seine Krankheit, oder seinen Zustand nicht annimmt, wird auch von anderen nicht verstanden und ange-nommen. Die Fähigkeit, sein Leiden anzunehmen, ist der erste Schritt dazu, sich mit seinem Körper auszusöhnen. Ihm wurde schweres Leid zugefügt!! Dazu gehört, seinen Körper und dessen Signale bewusst wahrzunehmen und sie nicht zu ignorieren. Die Einstellung zum „Nicht-Wahrhaben-Wollens“ bringt keinen auch nur einen Schritt weiter.

Ein zweiter Weg aus der Unzufriedenheit herauszukommen, geht über die Fähigkeit, wieder wichtige Entscheidungen zu treffen. Und es gibt für einen von Krebs Betroffenen sehr viel zu entscheiden. Für Menschen, die wichtige Entscheidungen in ihrem Leben schon immer anderen überlassen haben, ist es besonders schwierig. Es war ja auch immer leicht und bequem, auf die Eltern, die Lehrer, die Vorgesetzten, oder die Ärzte zu hören und ihnen zu vertrauen. Entscheidungen bringen Verantwortung mit sich, die einen belasten können, und die man sich allzu gerne abnehmen lässt.

Entscheidungen können unbequem sein!

Trotzdem, lasst euch eure Entscheidungen nicht abnehmen! Lernt, selbst Entscheidungen zu treffen! Es geht um eure Gesundheit, ja, auch um euer Leben!!!! Sagt euch, ich nehme mir die Freiheit zu tun was ich möchte, um zu leben, wie ich möchte.

Wenn ihr diesen Entschluss gefasst habt, habt ihr den wichtigsten Schritt zur individuellen Mündigkeit, und zur eigenen Freiheit getan. Zur Mündigkeit, Entscheidungen zu treffen, gehört auch die Fähigkeit zu unterscheiden, was gut und schlecht für mich ist. Voraussetzung für eine richtige Entscheidung ist daher eine umfassende Information. Wo kann man sich informieren, wer kann mir die Informationen und Hilfen geben, die ich gerade jetzt brauche? Eine gut funktionierende Selbsthilfegruppe leistet hier eine sehr gute Arbeit, gibt Entscheidungshilfen, berät in allen Fragen und gibt Hilfe bei Therapieentscheidungen.

Unsere Selbsthilfegruppe hat sehr gute Beziehungen zu:

  • Prof. Kurt Miller – Urologische Klinik der Charite zu Berlin,  
  • Prof. Martin Schostak – Urologische Universitätsklinik Magdeburg,
  • Frau Dr. Bettina Hentschel – Radioonkologie/Strahlentherapie – Klinikum Nordhausen,  
  • Herrn Dr. Michael Wiese – Urologie Sana Klinikum Wismar,
  • Frau Dr. Winter – Urologie Helios Klinikum Schwerin, sowie zu

aufgebaut.

Hier findet ihr in interdisziplinären Kommissionen und Einzelgesprächen Hilfe bei aufgetretenen Problemen, bei neuen Therapieentscheidungen sowie ein großes Verständnis und viel Zuwendung. Nicht zu vergessen sind unsere Hausärzte, die die „Drehscheibe“ in unseren Behandlungen sind. Hier werden die Weichen für eine optimale Behandlung gestellt.  

Bei allen Professoren, bei allen Chefärzten, bei allen leitenden Oberärzten/Innen sowie bei euren Hausärzten seid und bleibt ihr ein mündiger Patient!

Manchmal konkurriert die sogenannte Schulmedizin mit der sogenannten Alternativmedizin. Die einen beharren auf dem wissenschaftlich abge-sicherten Nachweis, die anderen berufen sich auf ihre Erfahrung und behaupten, wer heilt – hat Recht!

Dieser Streit mutet oft wie ein Glaubenskrieg an. Dabei haben doch beide Seiten Recht. Auch die Schulmedizin beruht zu einem beträchtlichen Teil auf Erfahrung, und kaum ein modernes, wissenschaftlich überprüftes Arzneimittel hat sein Vorbild nicht in der Natur. Auch die alternativen Methoden der Naturheilkunde müssen sich der Frage stellen, ob und inwieweit sie überhaupt wirken und ob sich Heilerfolge auch nachweisen lassen.

Der Kranke will geheilt werden, gleich wie. Und wenn das nicht möglich ist, so will er doch wenigstens soweit von Schmerz und anderen Beeinträchtigungen befreit werden, dass er noch ein lebenswertes Leben führen kann.

An diesem Erfolg kann der Betroffene selbst messen, ob die jeweils angewandte Methode sinnvoll ist. Wo es notwendig ist, gehört zur Mündigkeit auch der Widerspruch. Widerspruch nicht um jeden Preis, sondern dann, wenn er hilft, die Lebenssituation zu verbessern oder sogar ganz gesund zu werden. Prüfe immer wieder, ob die Behandlung, die man dir angedeihen lässt, dir nutzt. Wenn technische Produkte heute viele Prüfungen überstehen müssen, um auf den Markt zu kommen, warum solltest du dann nicht prüfen dürfen, ob eine Behandlung deinem Körper gut tut?

Es geht um DEINE Gesundheit, es geht um DEIN Leben…

Es hat nichts mit Misstrauen zu tun. Jeder Arzt, jeder, der sich um deinen Körper kümmert und auch jeder, der sich um deine Psyche kümmert, tut das in guter Absicht und macht alles gut und gründlich.

Aber Menschen können auch irren. Widersprich auch, wenn dir ein Gutachten nicht ausreichend begründet erscheint, widersprich, wenn dir der Versicherungsträger Leistungen verweigert. Gib dich nicht mit der Auskunft zufrieden, eine Methode sei wissenschaftlich nicht anerkannt und brauche daher auch nicht erstattet zu werden.

Sei frei und mündig zu deinen Entscheidungen. Dazu hole dir viele Informationen und übernimm so Verantwortung für dich selber. Das können mühsame und anstrengende Aufgaben sein, aber sie sind es wert, denn es geht um deine Selbstbestimmung, um deine Gesundheit, um dein Schicksal. Klage, wenn nötig, dein Recht ein!

Gib deine Mündigkeit nicht völlig ab, auch nicht an deinen Arzt. Arbeitet zusammen und trefft zusammen die erforderlichen Entscheidungen. Beziehe immer deinen Hausarzt mit ein! ER kennt dich am besten und er ist das „Drehkreuz“ zu den Fachärzten. Du bist ein kranker, aber dennoch vollwertiger und wertvoller Mensch.

Du hast einen Anspruch darauf, dass dir in gleichberechtigter, menschlicher Form begegnet wird. Du kannst nicht das gleiche medizinische Wissen haben wie dein Arzt, also musst du ihm vertrauen, ihr müsst euch gegenseitig vertrauen!

Du hast ein Recht darauf, dass dieses Vertrauen nicht missbraucht wird. Dazu gehört auch, dass ein Arzt dir auf manche Frage sagt: “Ich weiß es im Moment nicht.“ Niemand kann alles wissen, niemand kann in die Zukunft blicken. Andererseits ist der Arzt auch auf deine Mithilfe angewiesen. Deine Mithilfe festigt das notwendige Vertrauensverhältnis.

An dieser Stelle ist wieder einmal dein Hausarzt gefragt. Er ist der Koordinator zwischen den einzelnen Fachgebieten. Er kennt dich und deinen Körper am besten.

ABER – er kann nicht auf allen Gebieten DER Fachmann sein. Es spricht FÜR deinen Hausarzt, wenn er mal zu dir sagt: „Das weiß ich nicht, ich muss mich erst informieren.“

Widerspruch ist dann angezeigt, wenn du das Gefühl hast, dass Vertrauen missbraucht wird, dass die Selbstbestimmung verletzt und dass deine Menschenwürde missachtet wird.

Die Wahrung der Menschenwürde, die Aufrechterhaltung der Selbstbestimmung, auch in deiner schwierigen Lebenssituation als schwerkranker Mensch, kann Dir niemand nehmen, wenn du das nicht willst.

Auch wenn du Angst hast, dass du hilflos und orientierungslos bist, darf es da keine Ausnahmen geben. Behalte auch in dieser Lebenslage deinen starken Willen zur Selbständigkeit und damit den Mut, dein Leben selbst zu bestimmen.